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Gruppenfoto mit Preisträgerin Marga Fluhr im Kinosaal

28.11.2025

Marga Fluhr mit Ehrenamtspreis des LSVS ausgezeichnet

Der LSVS hat den Preis für ehrenamtliches Engagement im Saarland zum zweiten Mal an zehn besondere Persönlichkeiten im Saarsport verliehen. Eine von ihnen ist Marga Fluhr vom Special Olympics Saarland Sportverein.

Für Marga Fluhr, ihre Familie und Special Olympics im Saarland Präsident Alexander Indermark war es ganz großes Kino, als der Landessportverband für das Saarland (LSVS) zum zweiten Mal im Kino „Camera Zwo“ in Saarbrücken einen „Preis für ehrenamtliches Engagement im Sport“ verliehen hat. Ausgezeichnet wurden Vereins- und Verbandsvertreter, die sich in hervorstechender Art und Weise und auf verschiedenen Gebieten für die Sportlandschaft im Saarland eingebracht haben.  

„Wo wären wir im Sport ohne das Ehrenamt?“, wird Johannes Kopkow, der Vorstand Sport & Vermarktung beim Landessportverband für das Saarland (LSVS), von Moderatorin Ariela Eilof eingangs der Verleihung des „Preises für ehrenamtliches Engagement im Sport“ gefragt. „Ich glaube, wir wären gar nicht hier. Das Vereins- und Verbandssystem in Deutschland ist ja nun wirklich einzigartig auf der Welt – und es lebt einfach vom Engagement wie dem eurigen“, richtet sich Kopkow in seiner Antwort direkt an die Gäste im vollbesetzten Kino „Camera Zwo“ in Saarbrücken, wo der LSVS zum zweiten Mal besonders engagierte Ehrenamtliche aus saarländischen Sportvereinen und -verbänden für ihren großen Einsatz und ihre Verdienste um die hiesige Sportlandschaft mit einer Auszeichnung bedachte. 

Mehr als Trikotwäsche und Wurstverkauf: Unersetzliche Preisträger mit Herzblut 

Die zehn Preisträger saßen zunächst ahnungslos neben anderen Nominierten im Publikum, wurden erst durch eine Laudatio in Form eines Videoausschnitts auf der großen Leinwand des Lichtspielhauses informiert, ob sie in der jeweiligen Kategorie den Preis mit nach Hause nehmen durften. LSVS-Vorstand Johannes Kopkow dankte allen Ehrenamtlichen im Saal für deren herausragende Arbeit in Verein oder Verband: „Ihr engagiert euch mit viel Herzblut und bringt euch mit viel Zeit ein. Dieses ehrenamtliche Engagement ermöglicht nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern allen in unserer Gesellschaft überhaupt erst diesen einfachen Zugang zum Sport, wie wir ihn im Gegensatz zu anderen Ländern glücklicherweise haben.“ 

Sportminister Reinhold Jost, dessen Ministerium für Inneres, Bauen und Sport den Ehrenamtspreis unterstützt, blickte erfreut auf Preisträger „mit unglaublich viel Herzblut, die wir auszeichnen für ihr großartiges Engagement“, betonte jedoch ebenfalls die besondere Bedeutung des Ehrenamts an sich: „Ihr seid ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft. Ohne euch wäre die Gesellschaft viel ärmer – schön, dass ihr alle da seid“, richtete sich Jost direkt ans Publikum. Was Sportvereine und ihre Ehrenamtlichen leisten, sei in vielerlei Hinsicht von unschätzbarem Wert, gehe weit über Trikotwäsche oder Wurstbudenverkauf hinaus: „Vermitteln von Charaktereigenschaften“, das „Hinführen junger Menschen zur Persönlichkeit“ oder gar das Auffangen von eventuellen Defiziten im familiären Umfeld, wie der Minister betonte. In seiner Begrüßung als Schirmherr des Preises hob er auch das Engagement für mehr Inklusion in der Gesellschaft hervor: „Menschen egal welcher Nationalität, Hautfarbe und Religion, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung werden als vollwertiger Teil unserer Gesellschaft gesehen. Hier findet Inklusion statt. Die Nationalen Spiele sind eine große Chance, ein Statement im und durch den Sport, dass wir nie wieder zulassen, dass es Menschen gibt, die anderen den Zugang zur Gesellschaft verwehren wollen, nur, weil sie anders sind. Das ist für mich auch ein Statement heute Abend hier, Danke zu sagen an alle, die sich seit Jahren für dieses Thema stark machen. Wir zeichnen heute zehn Persönlichkeiten aus, die sich mit viel Herzblut engagiert haben. Aber auch alle anderen Nominierten, Ihr seid ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Ohne Euch wäre unsere Gesellschaft viel ärmer“, so Innenminister Reinhold Jost in seiner Begrüßung als Schirmherr der Auszeichnung.

„Einfach nur verrückt“: Inklusion im Saarland weiter auf dem Vormarsch

Den Sport brachte Marga Fluhr in den vergangenen Jahrzehnten hunderten Menschen mit geistiger Beeinträchtigung näher und führte sie dabei nicht zuletzt mit Menschen ohne Beeinträchtigung zusammen, um gemeinsam sportlich aktiv zu sein. Die Preisträgerin in der Kategorie „Inklusion“ ist Vorsitzende des vor 18 Jahren gegründeten Special Olympics-Sportvereins und war als Vorgängerin von Alexander Indermark zuvor Präsidentin des SO-Landesverbands, dessen Gründungsmitglied sie ist. Als Lehrerin an einer Förderschule und durch ihr Wirken für die Lebenshilfe sammelte Fluhr früh Erfahrungen in diesem Bereich. Aktuell fiebert sie bereits heftig dem bisherigen Höhepunkt ihrer langjährigen Arbeit mit Beeinträchtigten entgegen. „Als wir 2007 mit dem SO-Sportverein begonnen haben, hätten wir nie gedacht, dass wir 2026 die Nationalen Spiele hier im Saarland haben. Ohne die große Unterstützung, die wir auf unserem Weg von vielen Seiten bekamen, insbesondere von Reinhold Jost und Alexander Indermark, wäre das alles nicht möglich gewesen – es ist einfach nur verrückt“, blickte sie lächelnd auf tolle Entwicklungen bei der Inklusion. Anfangs waren es im Sportverein 15 „Specials“, mittlerweile ist die Zahl auf rund 110 Athleten angewachsen, die im Verein inzwischen sechs angebotene Sportarten ausüben. Die Aussicht Nationale Spiele im Saarland sei „für alle einfach nur gigantisch, das Tollste überhaupt“, unterstrich Fluhr – „eine ganz besondere Frau, die sich seit vielen Jahren für Inklusion im Sport aufopfert und das Leben vieler mit ihrem Einsatz sehr positiv verändert hat“, wie Indermark betonte. 

Für Marga Fluhr war es ein ganz besonderer Moment, als sie im Beisein ihrer Söhne und ihres Ehemannes von Innenminister Reinhold Jost und LSVS-Vorstand Joachim Tesche die Auszeichnung und einen besonderen Gutschein entgegennahm.