Die Landesspiele von Special Olympics im Saarland haben bei den Athlet*innen viele bleibende Erinnerungen geschaffen. Erinnerungen an spannende Wettbewerbe, Erfolge und das großartige Gemeinschaftserlebnis. Die Landesspiele waren aber noch viel mehr. Schon bei den Vorbereitungen haben die Athlet*innen alles gegeben und waren voller Vorfreude auf das große Ereignis. So manch einer wuchs dann während der Spiele über sich hinaus. Aber nicht nur das. Die Landesspiele waren „mehr als Sport“. Im Mittelpunkt stand auch das Gemeinschaftserlebnis. Gemeinsam haben alle die Idee von Special Olympics gefeiert. Die Landesspiele haben viele Begegnungen ermöglicht, aus denen sich nicht selten Freundschaften entwickelten. Genau das hat Fynn Thome aus Schmelz-Limbach Lebach erlebt.
„Mit der Anmeldung zu den Landesspielen im Mai 2025 hat Fynn (18) das Laufen erst begonnen. Für Fynn und auch mich als Papa war das erst einmal eine große Herausforderung“, erinnert sich Martin Thome an die erste längeren Laufphase mit seinem 18-jährigen Sohn.
Während dieser Einstiegsphase in den Laufsport kristallisierte sich schnell heraus, dass es Fynn leichter fällt, in einer Gruppe längere Strecken zu laufen. Vater und Sohn, seit 2017 Mitglied im Kultur- und Sportverein für Menschen mit Beeinträchtigungen (KUSMB), meldeten sich kurzerhand auch noch bei den Lauf- und Triathlonfreunden Lebach (LTF Theeltal) an. Dort besucht Fynn gemeinsam mit seinem Vater regelmäßig das Lauftraining im Wald und auf der Bahn. Die Laufstrecke über fünf Kilometer bewältigte Fynn gemeinsam mit Vater Martin anfangs mit vielen Gehpausen in etwa 38 Minuten. Bei dem Anerkennungslauf für die Special Olympics Landesspiele 2025 waren dann im Juni in Lebach bereits 30 Minuten mit Gehpausen möglich. Diese ersten Lauferfahrungen waren für Fynn scheinbar der Startschuss, mehr Selbstbewusstsein aus sich herauszuholen. Martin Thome: „Er wollte plötzlich immer öfter zum Lauftraining“.
Bei den Landesspielen von Special Olympics im Saarland wuchs Fynn schließlich im Finallauf der 5.000-Meter-Strecke einmal mehr über sich hinaus. Fynn lieferte ab. Die Strecke absolvierte er im Leichtathletikstadion auf dem Sportcampus Saar in Saarbrücken in einer Zeit von 25:39 Minuten. Die Silbermedaille war die erste Krönung seines neuen Laufabenteuers. „Unser Ziel war es eigentlich, dass Fynn die Strecke läuft, ohne ins Gehmuster zu verfallen, völlig unabhängig der Zeit. Fynn sah so unglaublich glücklich aus, als er durchs Ziel lief und stolz war, diesen Lauf geschafft zu haben“, beschreibt Martin Thome diesen für Fynn so wichtigen Moment. Es war aber nicht nur der sportliche Erfolg, den Fynn bei den Landesspielen errungen hat. Martin Thome: „Fynn hat während der drei tollen Tage der Landesspiele auf dem Sportcampus auch neue Freundschaften geschlossen.“
Fynns Laufabenteuer nahm nach den Landesspielen weiter Fahrt auf. Anfang November startete er beim Halloweenlauf der LG Reimsbach-Oppen. Zusammen mit Dominik Geith, den er bei den Landesspielen kennengelernt hatte, lief er die 5.100-Meter-Distanz in guten 26:23 min.
Die nächste große Herausforderung steht auch schon an. Am 22. November startet Fynn bereits bei den Nationalen Indoor-Spielen in Luxemburg. Über eine internationale Entsendung wurde er für die 1.500 Meter Distanz nominiert. Die Vorfreude ist bereits riesig. Denn in Luxemburg trifft Fynn Athlet*innen wieder, die er bei den Landesspielen im Saarland kennengelernt hatte. Gemeinsam mit den bestehenden und mit den neuen Freund*innen erneut in einem Laufwettbewerb zu starten ist für Fynn eine große Motivation. Die Verabredungen stehen bereits.
