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Viele Menschen setzen sich für Inklusion ein. Einen besonderen Weg sind dabei Alex und Anne gegangen: Unter dem Namen Special Edition Studio verkaufen sie nicht nur verschiedene Kleidungsstücke mit eindeutigen Botschaften für Inklusion, über ihre Social-Media-Kanäle informieren sie auch über Probleme, Vorurteile und Ungerechtigkeiten rund um das Thema. Mit uns haben sie darüber gesprochen, wie sie auf die Idee zum Special Edition Studio kamen, was sie bei ihrer Arbeit motiviert und was sie sich für die Zukunft wünschen.

 

SOSH: Was genau ist das Special Edition Studio?

Anne & Alex: Special Edition Studio ist ein Label mit dem Ziel, das Thema Inklusion mithilfe von coolen Statement-Klamotten in den Fokus zu rücken. Klamotten, die alle Menschen tragen und so das Thema sichtbarer machen können. Außerdem klären wir auf unserem Instagram-Kanal über alle möglichen Themen rund um das Thema Inklusion / Behinderung und Pflege auf, Themen, die nicht nur unsere Community interessieren.

 

SOSH: Wie kamt ihr auf die Idee zu diesem Angebot?

Anne & Alex: Special Edition Studio ist vor allem eines ein Herzensprojekt von 2 Freundinnen, das wir unseren Töchtern widmen. Lara und Lea sind selbst „Special Editions“ und haben eine Behinderung. Als die beiden ihre Diagnosen bekamen, waren wir vor allem überwältigt, wie einsam dich ein Kind mit Behinderung machen kann. Es ist schwer, Gleichgesinnte, Unterstützung und oft auch Verständnis zu finden. Das wollen wir mit Special Edition Studio ändern.

Wir wollen mehr Sichtbarkeit für Eltern und ihre Special Editions. Wir möchten, dass sie einen festen Platz in unserer Gesellschaft bekommen und zwar mittendrin und nicht nur am Rand. Es muss normal werden, dass über Krankheiten und Behinderungen auf dem Spielplatz gesprochen wird und dass behinderte Kinder genauso zum Geburtstag eingeladen werden wie alle anderen auch (oder eben nicht, wenn ihnen gerade mit „Dann wirst du nicht zu meinem Geburtstag eingeladen“ gedroht wird). Es müssen offene Gespräche stattfinden können, Fragen gestellt werden dürfen und nach Gemeinsamkeiten gesucht werden anstatt nach Unterschieden. 

Unsere Shirts, Taschen, Caps und Mützen sollen ein Statement setzen und zeigen, wie viele Kinder und Erwachsene es gibt, die um jedes bisschen „Normalität“ kämpfen müssen. Seitdem es unser Label gibt, sehen wir, wie viele das tatsächlich sind, und glauben fest daran, durch mehr Sichtbarkeit und Awareness etwas verändern zu können. 

 

SOSH: Wie hat euer Umfeld reagiert? Gab es Unterstützung oder überwogen die Bedenken?

Anne & Alex: Unser Umfeld hat durchweg positiv reagiert, es gab und gibt immer noch super viel Unterstützung von Freund*innen und Familie und so ziemlich jede*r ist mittlerweile selbst mit Statements bekleidet. Wir hatten auch immer sehr viel Hilfe bei Events und auch beim Packen unserer Pakete, die wir bis vor Kurzem alle noch selbst gepackt haben.

 

SOSH: Welche Herausforderungen sind euch bei eurer bisherigen Arbeit begegnet?

Anne & Alex: Wir haben eine unfassbar tolle Community und deshalb haben wir wirklich wenige Herausforderungen bei den meisten Dingen, die wir tun. Ich denke, die größte Herausforderung, die wir haben, ist die Zeit – wir würden viel lieber noch mehr Zeit und Herzblut in alles stecken, aber leider bleibt das manchmal durch die Kinder, den Hauptjob oder andere Verpflichtungen auf der Strecke. 

 

SOSH: Und was motiviert euch weiterzumachen?

Anne & Alex: Definitiv unsere Community, die Bilder zu sehen von Menschen, die unsere Shirts tragen, täglich im Austausch zu sein, zu wissen, dass wir Menschen eine Stimme geben können, die vielleicht sonst „unsichtbar“ bleiben, das ist das, warum wir Special Edition Studio machen. Und wenn wir nur ein paar Menschen außerhalb unserer „Bubble“ erreichen, die sich mit dem Thema Inklusion befassen, dann haben wir alles erreicht. 

 

SOSH: Allein bei Instagram habt ihr mehr als 11.000 Follower. Hättet ihr das zum Start erwartet?

Anne & Alex: Absolut nicht, wir haben zwar schnell gemerkt, dass das Thema Aufklärung superwichtig ist, vor allem bei denen, die sich bisher noch nicht damit befasst haben, aber wir hätten nicht gedacht, dass unsere Beiträge so viel Anklang bekommen und so gerne geteilt werden. Auch hier sind wir so unendlich dankbar für die vielen Menschen, die uns schon seit Beginn begleiten und natürlich jede*n weitere*r, der täglich dazukommt.

 

SOSH: Gibt es schon weitere Pläne, um das Angebot zu auszuweiten?

Anne & Alex: Wir versuchen uns immer weiterzuentwickeln und noch mehr Menschen mit unserer Message zu erreichen. Es wird definitiv noch mehr Shirts und Statements geben und wir würden auch wirklich gerne in Sachen Schulungen / Vorträge noch mehr machen. 

 

SOSH: Wo seht ihr gesellschaftlich den größten Nachholbedarf, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht?

Anne & Alex: Es gibt immer noch viel zu viele Vorurteile und viel zu wenig Berührungspunkte – beides müsste dringend geändert werden. Wir brauchen mehr Menschen außerhalb der „Bubble“, die ebenfalls für das Thema Inklusion einstehen, die sich damit beschäftigen und die die Stimmen laut werden lassen, die es schon gibt. Es gibt so viele Aktivist*innen, die es wert sind angehört zu werden – und gerade in Anbetracht der vielen Änderungen und Kürzungen in der letzten Zeit ist es umso wichtiger, dass wir ihnen zuhören.

 

SOSH: Was wünscht ihr euch für die Zukunft für das Special Edition Studio und ganz allgemein?

Anne & Alex: Wir wünschen uns, dass es wieder mehr ums Miteinander geht, dass Vielfalt gefeiert wird, dass wir wieder lernen einander zuzuhören. Wir wünschen uns offene und ehrliche Gespräche, weniger Berührungsängste und ganz klar auch mehr Geld für Inklusion. Für unser Label freuen wir uns einfach weiter zu wachsen und so viele Menschen wie möglich zu erreichen und die Message zu teilen: Inklusion ist cool!

 

Das Special Edition Studio ist im Internet zu finden auf https://www.specialeditionstudio.de.

Foto: Natalie Stanczak (Sandsack Fotografie)

Es handelt sich hierbei um einen unbezahlten Beitrag. Wir haben keinerlei Gegenleistungen für dieses Interview erhalten.