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09.03.2017 15:35 Uhr

Andrea Körner, die „Grande Dame“ des Eiskunstlaufs bei SOD

Ohne sie sind die Nationalen Winterspiele nicht denkbar. Andrea Körner genießt sichtlich ihren Soloauftritt bei der inklusiven Eisgala und den tosenden Applaus der Zuschauer. „Mit 59 Jahren ist sie die älteste Athletin im Eiskunstlauf bei Nationalen Winterspielen, sogar die älteste der internationalen Spiele“, berichtet ihre Mutter, Erika Körner. Der Stolz im Gesicht ist ihr dabei deutlich anzumerken.

Andrea Körner tanzt auf dem Eis. (Foto: SOD/David Klein)

Andrea Körner tanzt auf dem Eis. (Foto: SOD/David Klein)

Erika Körner, selbst schon in den Achtzigern, ist als Betreuerin immer an der Seite ihrer Tochter und begleitet sie zu jedem Wettbewerb. Normalerweise ist auch der Vater dabei, dieses Mal lässt seine Gesundheit es aber leider nicht zu. Auch Erika Körner ist heute gesundheitlich etwas angeschlagen und wäre lieber zu Hause im Warmen als in der kalten Eishalle. Diese Frage stellt sich für sie aber überhaupt nicht. Es ist einfach keine Option, die Tochter nicht zu ihren Läufen zu begleiten. „Andrea wollte immer schon Eislaufen, meine Mutter wohnte direkt neben der Eislaufhalle und mein Neffe spielte dort auch Eishockey, so dass sie dann auch schon früh mit diesem Sport und den Eisflächen in Berührung kam“, erinnert sich Erika Körner. Der Anfang war jedoch alles andere als leicht. Durch Sauerstoffmangel bei der Geburt ist Andrea´s Motorik stark eingeschränkt. Mit Astrid Hentrich fand Andrea aber eine Trainerin, die als Sportlehrerin einer Förderschule geübt im Umgang mit Menschen mit Behinderung war. Am Anfang war Andrea noch die einzige eislaufende Erfurterin mit Behinderung, inzwischen hat sich sogar ein Verband gegründet. Sie hat einiges ausprobiert – Eisschnelllauf, Paarlauf – bevor sie schlussendlich Solo-Eiskunstläuferin wurde.

Über 24 Wettbewerbe hat sie mittlerweile bestritten, u.a. in der Schweiz, Wien und Sankt Petersburg und war bei den Weltspielen in Alaska und Idaho erfolgreich. Seitdem ihre Eltern im Ruhestand sind, ist auch Andrea zu Hause. Vorher arbeitete sie 27 Jahre lang als Küchenhilfe. „Andrea übt jeden Tag, das Posen vor dem Spiegel, der Konditionsaufbau erfolgt mit Schwimmen oder Radfahren und natürlich Training auf dem Eis“, berichtet Erika Körner begeistert. Dann macht sie eine kurze Pause und sagt – wieder voller Stolz: „Eislaufen ist Andrea´s Leben.“  

SOD-Presseteam/Britta Schumann

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