Aktuelles

08.03.2017 17:17 Uhr

Medaillenregen im Schneesturm beim Medien Unified Schneeschuhlauf

Die Stimmung ist angespannt im Aufwärmzelt an der Mühlenkopfschanze. Einige Athleten lockern sich noch etwas auf. Es werden letzte Mützen angezogen, Schals übergestreift und Reißverschlüsse zu gemacht. Draußen tobt ein Sturm, wie ihn Willingen seit Beginn der Nationalen Winterspiele nicht gesehen hat. Schnee, Wind, Kälte - eine Kombination, die jeden Zuschauer bei dem bloßen Gedanken an Sport erschaudern lässt. Nicht so unsere tapferen 24 Sportlerinnen und Sportler, die bei der eisigen Kälte am Fuße der größten Normalschanze der Welt die Herausforderung annehmen. Bei der dritten Auflage des Medien Unified Schneeschuhlaufes treten die Teams in einer Staffel gegeneinander an. Angeführt von jeweils sechs Teamkapitänen aus der Medienbranche wurden jedem Team drei Athletinnen und Athleten zugelost.

Die Staffelläufer geben ihr Bestes beim Medien Unified Schneeschuhlauf und trotzen dem nasskalten Wetter. (Foto: SOD/David Klein)

Die Staffelläufer geben ihr Bestes beim Medien Unified Schneeschuhlauf und trotzen dem nasskalten Wetter. (Foto: SOD/David Klein)

„Klick, klick, klick…“ Spätestens jetzt sitzen die Schneeschuhe, auch die Startleibchen sind verteilt. Die blauen Linien des Start- und Zielbereiches leuchten den Athleten den Weg durch das dichte Schneegestöber. Langsam wird es ernst. Ein Teilnehmer aus dem Pressezentrum zeigt seine durchtrainierten Waden und wird in kurzer Hose laufen. Auch die Jacke streift er kurz vor dem Start ab, dazu noch eine Sonnenbrille – offensichtlich hat er sich in der Jahreszeit geirrt. Doch jetzt ist es zu spät. Die Teams müssen an den Start. Gelaufen wird in zwei Dreierrunden.

Jetzt wird es ernst: „Auf die Plätze – fertig – LOS!“ Der Pistolenschuss gibt das Startsignal. Doch was ist das..?! Bei einem Team läuft nicht nur die Staffelstab-Trägerin, sondern auch der eigentlich erst dritte Starter los. Die anderen Teams lassen sich davon nicht beirren. Nach jeder Staffelstab-Übergabe gibt es kein Halten mehr, und es wird gesprintet was das Zeug hält. Unter dem Gejohle des Publikums gibt jeder Läufer sein Bestes. Trotz des Eifers stürzt zum Glück niemand. Dann kommt der letzte Athlet unter tosendem Applaus ins Ziel. Das Publikum klatscht und pfeift lautstark gegen den Schneesturm an.

Schon ist die zweite Dreierrunde dran. Ein letztes Mal schwören sich die Teams mit einem Anfeuerungsruf ein. Dann ertönt wieder der Pistolenschuss. Dieses Mal gibt es keinen Fehlstart. Der Schnee spritzt zu allen Seiten, die Beine werden hochgerissen. Mit langen und großen Schritten sprinten die Läufer in den riesigen Schneeschuhen auf die andere Seite, um den Stab zu übergeben.
Dann ist es geschafft. Moderatorin Andrea Franke ruft alle Athleten in das Aufwärmzelt. Bei einer Tasse Tee und warmer Luft wird gelacht und geredet. Die Stimmung ist entspannt. Das Komitee zieht sich zur genauen Auswertung der Ergebnisse zurück. „Der Lauf war eigentlich gut, aber wir hätten fast den Staffelstab verloren“, lacht Athlet Herbert Krüger.

Dann ist der Moment da. Die Athleten werden zur Siegerehrung auf die Bühne gerufen. Am Ende werden alle ausgezeichnet, allein für ihr Durchhaltevermögen haben sie es auch verdient. Markus Protte, Athletensprecher aus Bayern, zeigt sich ein bisschen enttäuscht: „Es war ziemlich nass und wir sind dritter geworden. Der Lauf war sonst aber gut.“ Klar ist Protte mit dem Tag zufrieden, denn während er das sagt, baumeln zwei Goldmedaillen um seinen Hals. Das Pressezentrum freut sich auf die nächsten Nationalen Winterspiele und wieder ein reges Interesse am Medien Unified Schneeschuhlauf.

SOD-Presseteam/Philip Wegmann

© Special Olympics Deutschland e.V.   |   Website von Kombinat Berlin