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07.03.2017 16:54 Uhr

Wettbewerbsfreies Angebot in Olympic Town

Das Wettbewerbsfreie Angebot, kurz WBFA, ist ein fester Bestandteil bei Special Olympics Deutschland (SOD) und richtet sich vor allem an die Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht an den regulären Wettbewerben teilnehmen können. Es handelt sich hierbei um ein Mitmachprogramm für Menschen mit und ohne geistige Behinderung, die auf diese Weise in die Sportveranstaltung integriert werden.

Die Helferinnen Lucy Figge und Jessica Winderlich, Betreuer Heiko Schmidt, die Athleten Marcel Schmidt, Nadine Brückner und Andreas Heim von den Rennsteig Werkstätten Neuhaus lösen die Aufgabe beim Wettbewerbsfreien Angebot. (Foto: SOD/Stephanie Reiner)

Die Helferinnen Lucy Figge und Jessica Winderlich, Betreuer Heiko Schmidt, die Athleten Marcel Schmidt, Nadine Brückner und Andreas Heim von den Rennsteig Werkstätten Neuhaus lösen die Aufgabe beim Wettbewerbsfreien Angebot. (Foto: SOD/Stephanie Reiner)

„Im Vorfeld melden Schulklassen und Kindergärten ihre Teilnahme an“, so Johanna Hiendl von Special Olympics Deutschland. „Dabei gehen die Teilnehmer einen Parcours von zehn Haltepunkten ab.“  Ein Stopp trainiert zum Beispiel den Gleichgewichtssinn und die grobe Motorik.

„Hier balanciert der Sportler zuerst über einen Reif, danach geht es über eine quergestellte Wippe, über ein Balanceseil und im Anschluss wieder über eine Wippe. Den Abschluss bildet wieder ein Ring“, erklärt Nils Pfeiffer, Student beim Fröbelseminar in Korbach.

Neben Sportstationen gibt es auch ein Fühl- und Hörmemory. Hier versucht der Teilnehmer unter anderem, Materialien in Stoffbeuteln zu ertasten oder Geräusche zuzuordnen, so dass Paare, ähnlich wie beim Spiel Memory, entstehen.

Im feinmotorischen Bereich wird eine Übung auf Holzskiern angeboten. Die Teilnehmer arbeiten dabei als Paar zusammen und können drei Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen durchlaufen. „Hier wird neben der Grob- und Feinmotorik auch die Teamarbeit getestet“, erläutert Jasmin Heyd von der Firma Würth. Michelle Balthes, ebenfalls Firma Würth, ergänzt: „Das Schöne ist, das die beiden unteren Schwierigkeitsgrade auch Rollstuhlfahrer ablaufen können.“

Die Teilnehmer erhalten zu Beginn eine Laufkarte für alle Stationen, erklärt Johanna Hiendl. Wenn sie alle Stationen durchlaufen, erhalten die Mitwirkenden im Rahmen einer kleinen Siegerehrung eine Schleife.

Aber was wären die Nationalen Spiele ohne die vielen freiwilligen, helfenden Hände im Hintergrund?

So unterstützt zum Beispiel Würth Elektronik Special Olympics Deutschland seit 2008 als Premium Partner und stellte auch für die Nationalen Winterspiele in Willingen wieder 50 Helfer  (Auszubildende, Studenten, Außendienstmitarbeiter und Führungskräfte) zur Verfügung.

„Auch an die Auszubildenden und Studenten wurden die Winterspiele in Willingen kommuniziert. Wir haben uns beworben und konnten uns zwischen den Bereichen Eisschnelllauf, Verkauf von Fan Artikeln, Catering und dem Wettbewerbsfreien Angebot entscheiden“, erzählt Linda Broszio, duale Studentin im internationalen Business. „Ich habe mich für das Wettbewerbsfreie Angebot beworben, da ich an der frischen Luft arbeiten wollte. Zu Beginn kamen einige Teilnehmer mit Handicap, doch danach haben die Stationen vorwiegend Grundschulen besucht. Wir haben mit dem Tuch und der Weltkugel gearbeitet. Das hat den Teilnehmern richtig Spaß gemacht. Wir bleiben als Helfer nicht an einer Station, wir rotieren. So lernen auch wir den Parcours kennen.“  Marc Bieber, dualer Student im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen, hebt hervor, dass den Menschen mit Handicap vor allem die Erzeugung von Klängen mit unterschiedlichen Materialien und das Fühlmemory sehr gefallen.

„Ich habe bisher noch nicht so viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Ich bin hier, da ich diese Menschen besser kennen lernen wollte und bin begeistert. Diese Lebensfreude.  Sie brauchen nicht so viel um glücklich zu sein und haben keine Berührungsängste ihren Mitmenschen gegenüber. Einfach toll“, bemerkt Simon Stiegel, dualer Student im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen voller Freude.

Der sportbegeisterte Kevin, auch dualer Student im Bereich BWL-Dienstleistungsmanagement, findet es richtig cool dabei sein zu dürfen. Ihn hat die Helferschulung im Vorfeld so richtig motiviert. Anfangs fand er es zwar nicht so einfach, den Teilnehmern mit Handicap die Aufgabenstellung im Bereich Hören und Fühlen auf einfache Art und Weise verständlich zu machen, aber ihre Lebensfreude ist sehr schnell auf ihn übergesprungen. Alle vier freuen sich schon sehr auf die kommenden Tage und alle Teilnehmer, die beim Wettbewerbsfreien Angebot mitmachen.

Nils Pfeiffer ist Student beim Fröbelseminar und Helfer beim Wettbewerbsfreien Angebot der Special Olympics Willingen 2017. (Foto: SOD/Stephanie Reiner)

Nils Pfeiffer ist Student beim Fröbelseminar und Helfer beim Wettbewerbsfreien Angebot der Special Olympics Willingen 2017. (Foto: SOD/Stephanie Reiner)

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