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19.05.2023

Host Town Wurzen: Kleine Olympiade und sächsische Gemütlichkeit

Die Stadt Wurzen in Sachsen ist Teil des Host Town Program der SOWG 2023 und empfängt die Delegation aus Gambia.

„Wir möchten unseren Gästen sehr gern sächsische Gemütlichkeit vermitteln“, beschreibt Cornelia Hanspach, die in der Stadtverwaltung arbeitet,  eines der Ziele für den Besuch des Teams aus Gambia. Zur Mannschaft gehören zwei Sportler und fünf Betreuer und deshalb ist sie sich ganz sicher, mit der kleinen Truppe das Ziel zu erreichen. Alle Gäste werden  im Schlosshotel untergebracht und können so das Leben im Zentrum  der sächsischen Kleinstadt direkt genießen.

Warum hat sich Wurzen beim Host Town Program beworben? Cornelia Hanspach, die den Besuch vorbereitet, muss da nicht lange überlegen. „Wir haben kürzlich einen Runden Tisch Inklusion ins Leben gerufen und können mit der Teilnahme an dem Programm ein Zeichen setzen. Also nicht nur über das Thema reden, sondern den Worten auch Taten folgen lassen“, sagt sie. Die Special Olympics World Games seien ein wichtiger Impuls, inklusive Projekte in der Stadt zu intensivieren.

Dabei fängt Wurzen nicht bei Null an. Seit mehreren Jahren arbeiten zwei benachbarte Schulen eng zusammen: die Brücke-Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und das Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium. „Es gibt gemeinsame Theaterprojekte und gemeinsames Singen. Das hat sich gut entwickelt“, sagt Cornelia Hanspach.

Ganz stolz ist sie auf die Zusammenarbeit mit der polnischen Partnerstadt Milicz. Dort hätten Elterngruppen ein Haus für behinderte Menschen geschaffen, in dem alle gemeinsam wohnen und auch die Ärzte seien mit unter einem Dach. „Das  ist ein super Projekt. In Wurzen leben behinderte Menschen in Außenwohngruppen der Diakonie und das finden die polnischen Partner wiederum sehr interessant. Inzwischen gibt es einen ständigen Austausch zwischen den Institutionen. Inklusion ist also ein wichtiges Thema unserer Städtepartnerschaft“, sagt die Projektkoordinatorin. Wenn im Juni die Mannschaft aus Gambia nach Wurzen kommt, wird dazu auch eine Gruppe aus Milicz eingeladen.

Auf dem gemeinsamen Besuchsprogramm stehen eine „kleine Olympiade“, ein öffentlicher Begegnungsabend und das Training für die Sportler. Dafür öffnet extra die Schwimmhalle, die zu der Zeit eigentlich Sommerpause hat. Geplant sind weiterhin ein Ausflug nach Leipzig und ein Besuch der über Sachsen hinaus bekannten Wurzener Keksfabrik. Und sollte die Zeit knapp werden, dann wird es aber auf alle Fälle ein Abstecher zum Werksverkauf geben, sagt Cornelia Hanspach.

Ihr ist ganz wichtig, dass das Thema Inklusion im Juni „keine Eintagsfliege“ bleibt. Deshalb möchte sie unbedingt zwei weitere Ziele mit dem Host Town Program erreichen. „Wir sind schon ganz gut unterwegs, doch die öffentliche Wahrnehmung ist noch gering. Das wollen wir ändern und die Special Olympics World Games können dabei sehr helfen“, so Cornelia Hanspach.

Außerdem soll es künftig alle zwei Jahre eine inklusive Olympiade mit dem Kreissportbund geben. Nach und nach könnten dabei benachbarte Kommunen einbezogen und so immer mehr Menschen erreicht werden. (Text: Hartmut Augustin)

 

Steckbrief zu Wurzen:

Wurzen ist mehr als 1050 Jahre alt und damit eine der ältesten Städte in Sachsen. Schloss, Dom und die gut erhaltene historische Innenstadt erzählen von der interessanten Geschichte der Region. Im Herzen jedoch sind die rund 16 500 Wurzener jung und tief im Heute verwurzelt. Dazu gehört ein großes Engagement in Vereinen und Gemeinschaften. Auch die gut aufgestellte mittelständische Industrie, trägt dazu bei, dass man hier gern lebt. Wurzener Keks und Erdnussflips sind im ganzen Land bekannt.  Die Stadt ist eingebettet in eine interessante Landschaft. Die Auen des Flusses Mulde laden ebenso zu Entdeckungen ein, wie die Hohburger Berge. Von Wurzen aus ist die Metropole Leipzig in einer halben Stunde bequem mit dem Zug zu erreichen.