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Gesichter der Special Olympics 

Mit ihrer Begeisterung und ihrem Engagement für den Sport sind die Athlet*innen die besten Botschafter*innen in eigener Sache. Aber hinter ihnen steht ebenfalls ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die SOD-Familie. Hier stehen ihre Geschichten. 

 

Stories

Selbstbewusster durch Special Olympics

Bereits seit 2011 ist als Schwimmerin bei Special Olympics aktiv und hat schon viele Medaillen bei Wettbewerben gewonnen. Wie die Goldmedaille über 25m Schmetterling bei den Special Olympics Düsseldorf 2014, an die sie am liebsten zurückdenkt. „Aus unserem Team bin ich die Erste, die diesen Schwimmstil trainiert und bei einem Wettbewerb geschwommen ist. Nach meinem Sieg wollten ihn noch zwei Athletinnen lernen und seit zwei Jahren habe ich Konkurrenz in unserem Team. Das spornt mich im Training an, immer mein Bestes zu geben.“ 

Auch bei den letzten Nationalen Spielen, den Special Olympics Kiel 2018, war sie erfolgreich. Zwei Silbermedaillen über 25m Schmetterling und 50m Freistil konnte sie mit nach Hause nehmen. 

Neben ihrer Arbeit in der Landschaftspflege der Pößnecker-Werkstätten GmbH trainiert sie einmal wöchentlich mit anderen Athlet*innen und Unified Partner*innen. „Ich gehe gern zum Training. Schwimmen hilft mir fit zu bleiben und ist gut für meinen Rücken.“ 

Durch Special Olympics ist sie selbstbewusster geworden, sagt sie. In ihrer Tätigkeit als Athletensprecherin ist sie oft unterwegs und hat viele Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden. Die Gespräche und der Austausch untereinander machen ihr viel Freude und Spaß. Sie möchte noch viele Erfahrungen bei Special Olympics sammeln und an andere Athlet*innen weitergeben. 

„Mir ist es wichtig, Kontakt zu den Athlet*innen zu halten, ihre Fragen zu beantworten oder an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten. Auch ist es wichtig, meine Erfahrungen und Eindrücke – auch negative – bei Wettbewerben und Veranstaltungsstätten mit den anderen Athletensprechern auszuwerten und gegebenenfalls zu ändern“, sagt Störtzer. „In der Öffentlichkeitsarbeit kläre ich über die Tätigkeit als Athletensprecherin auf und vermittle den Menschen, was Special Olympics ist.“ 

„Ich finde es wichtig, dass ich meine Meinung sagen kann.” 

Was machst du beruflich und welchen Sport betreibst du?    

Ich war sieben Jahre in der Wäscherei und arbeite jetzt im Küchenbereich einer Werkstatt. 

Ich mache Radsport. Ich habe 2005 in einer Radsportgruppe angefangen und war dann 2006 das erste Mal bei Nationalen Spielen in Berlin.  

Welches sind deine größten sportlichen Erfolge?  

Mein größter sportlicher Erfolg war der erste Platz bei den Vattenfall Cyclassics in Hamburg. Dort sind wir immer um die Binnenalster gefahren. Dennis Mellentin und ich sind um den ersten und zweiten Platz gefahren, ohne dass wir es wussten. Und dann bin ich Erster geworden. 

Ich war auch bei vielen anderen Wettbewerben. Zum Beispiel bei den Nationalen Spielen in Karlsruhe, Düsseldorf, Hannover und Kiel.  

Seit wann bist du Athletensprecher?  

Ich bin 2019 eingestiegen. Wir haben in Berlin-Brandenburg einen Athletenrat gegründet. Ich habe mir die Aufgabe zugetraut und habe mich als stellvertretender Athletensprecher aufgestellt.  

Warum bist du Athletensprecher geworden?  

Ich finde es wichtig, dass ich meine Meinung sagen kann. Ich möchte mich auch mit anderen Athletensprecherinnen und Athletensprechern zu neuen Ideen austauschen.  

Arbeitest Du auch in einer Arbeitsgruppe bei SOD mit?  

Ich bin in der Gruppe "Begriff". In der Gruppe versuchen wir, eine andere Bezeichnung für "geistige Behinderung" zu finden. Wir denken, dass das kein guter Begriff ist. Viele Menschen finden, dass das eine Beleidigung sein kann. Special Olympics sagt auch Menschen mit geistiger Behinderung. Wir tauschen uns mit dem Fachausschuss Wissenschaft aus, um einen anderen Begriff vorzuschlagen.  

Wie machst du gerade Sport?  

Also ich halte mich mit Gymondo fit. Das ist eine Fitness-App. Dort machen Trainer, zum Beispiel Daniel Aminati, Übungen vor. Ich mache das mehrmals in der Woche. 

„Das Gefühl oben zu sein ist unbeschreiblich, und nicht zu vergessen, Kletterer sind einfach geil” 

Seit wann sind Sie bei SOD, wie kamen Sie zu Special Olympics?  

Ich kam durch meine Einrichtung zu SOD, wir haben vor vielen vielen Jahren beim Rennsteiglauf mitgemacht und seitdem bin ich in vielen Bereichen dort aktiv.  

Wäre es nicht einfacher, in einem Sportverein Jugendliche zu trainieren?  

Ich habe keine Ahnung, ob es in einem „normalen“ Sportverein einfacher wäre, ich bin mir aber sicher, dass ich dort nicht annähernd so viel Spaß hätte wie ich es mit meinen Athlet*innen und allen Beteiligten von SOD erlebt habe.  

Spielen Emotionen bei Ihnen und Ihren Athleten eine besondere Rolle?  

Ich denke SOD lebt von seinen Emotionen. Sehr oft habe ich erlebt, dass ich als Trainer und meine Athlet*innen mit Tränen in den Augen die Eröffnungsfeier, Abschlussfeier und Medaillenübergabe erleben durften.  

Welcher Moment hat Sie in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für SOD besonders bewegt?  

Das ist mir unmöglich einen einzelnen Moment hervorzuheben. Die Spannung die schon in der Vorbereitung zu einem Wettkampf durch mich und meine Sportler*innen geht, die zahlreichen Siegerehrungen, und am Ende bewegt mich doch immer am Meisten der Abschied von den Sportstätten und allen Verantwortlichen. Zu sehen, wie meine Athlet*innen neue Freunde gefunden haben, wie viel Spaß sie bei der Athletendisco hatten, dass alles bewegt mich immer wieder aufs Neue.  

Wie können Sie Ihre berufliche Tätigkeit mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für SOD verbinden?  

Das ist für mich relativ leicht. Als Leiter der Sportabteilung der Lebenshilfe Ostallgäu gibt es sehr viele Überschneidungen.  

Was macht für Sie den besonderen Reiz Ihrer Sportart aus?  

Klettern kann jeder, man muss sich mit sich selbst auseinandersetzen. Man braucht aber auch viel Mut und Vertrauen in sich, den Seilpartner oder die Seilpartnerin und auch in das Material. Das Gefühl oben zu sein ist unbeschreiblich, und nicht zu vergessen, Kletterer sind einfach geil.  

Welche Sportarten interessieren Sie noch – aktiv oder als Zuschauer?  

Auf alle Fälle Leichtathletik, Radfahren, Segeln, Stockschiessen. Das sind auch die Sportarten, die ich mit meinen Athlet*innen vorwiegend ausführe. Zum Zuschauen reizt mich am meisten immer wieder Judo.  

Verändern sich Ihre Athleten durch den Sport und die Wettbewerbe?  

Alle meine Athlet*innen haben sich durch den Sport wesentlich verändert.  
Sie wurden selbstbewusster, können in Stresssituationen besser reagieren und bewegen sich in der Öffentlichkeit in einer Selbstverständlichkeit, wie ich es nie erwartet hätte. 
Alle ernähren sich gesünder, haben zum Teil deutlich Gewicht abgenommen und sind insgesamt leistungsfähiger geworden. 
Bei vielen erlebe ich auch dass sie kognitiv wesentlich fitter sind. 
Am meisten verändern sie sich aber durch die Teilnahme an Wettkämpfen, bei denen sie neue Freunde kennen lernen.  

Wie können Sie am besten abschalten, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken?  

Beim Klettern in den Bergen. 

Was liegt Ihnen für die Zukunft von SOD besonders am Herzen?  

Wichtig ist, dass wir weiterhin unsere Athlet*innen gut vertreten und ihre Meinungen anhören und auch ernst nehmen sollten. 

Gibt es etwas, was Sie generell einmal anmerken wollen?  

Danke an alle, die sich immer wieder aufs Neue mit so großem Engagement in die Special Olympics Familie einbringen. 

Wenn sie es in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist für Sie Special Olympics?  

Mittlerweile ein großer und wichtiger Teil von meinem Leben.  

Was können wir tun, damit noch mehr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu Special Olympics finden?  

Wir müssen noch mehr in die Öffentlichkeit rücken. Besonders wichtig ist natürlich auch, dass wir in möglichst vielen Sportarten ein reichhaltiges Trainings- und Wettbewerbsangebot anbieten können.  

Wie halten Sie sich in Corona-Zeiten fit und was wünschen Sie sich für sich und Ihr Ehrenamt, wenn die Pandemie vorbei ist?  

Ach, das ist im Allgäu relativ leicht. Die Berge sind vor der Tür und ich gehe viel radeln, laufen und klettern. 
Ich wünsche mir, dass alle Athlet*innen wieder zurück ins Training finden und nicht allzu sehr frustriert sind, wenn es am Anfang noch etwas zäh wird. 
Haut´s rein. 

„Als Übungsleiterin seit 36 Jahren und selbst Sportlerin kenne ich auch fast alle Vereine und Funktionäre.” 

Seit wann sind Sie bei SOD, wie kamen Sie zu Special Olympics?  

…seit fast acht Jahren. Darauf angesprochen hatte mich unsere zu der Zeit 1. Vorsitzende Ingelore Rosenkötter, die ich durch den Sport schon lange kenne und der ich dafür heute noch sehr dankbar bin.  

Welche Momente haben Sie in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für SOD besonders bewegt?  

…viel, aber ganz spontan ein ganz tolles Sirtaki-Tanzprojekt. Eine Mutter hatte dieses ein halbes Jahr lang „jeden Dienstag“ mit den Familien, mir und Athlet*innen geübt. Bei den anschließenden Landesspielen wurde die Arbeit dieser Person nicht wirklich wertgeschätzt. Da habe ich begriffen, dass die Familien doch ziemlich hintenanstehen.  

… eine Bewohnerin der Lebenshilfe Bremen hat sich ein knappes Jahr ehrenamtlich darauf vorbereitet, die Prüferinnen-Ausbildung vom LSB Bremen im Bereich Deutsches Sportabzeichen zu absolvieren. Seit vier Jahren nimmt diese Frau für den Stützpunkt Bremen das Deutsche Sportabzeichen ab und ist mittendrin. Diese Sätze - so ihre Betreuerin und Bezugsperson (!) - kann man auch in den Entwicklungsberichten lesen.  

…im Februar 2022 werden fünf meiner Boccia-Athlet*innen zu Übungsleiter-Assistent*innen ausgebildet. Ich bin als Trainerin dabei. Ein nächster Schritt. Auch für deren Eltern und Bezugspersonen.  

… und als Delegierte für alle Bremer und Bremerhavener Athlet*innen und Familien bei den Nationalen Spielen in Düsseldorf, Hannover und Kiel gewesen zu sein. Es war großartig.  

Spielen Emotionen bei Ihnen und den Familien, die Sie betreuen, eine besondere Rolle?  

… ja. Ich habe meine/unsere drei Kinder mit 37, 38 und 39 Jahren bekommen. Sie hätten auch eine Beeinträchtigung haben können. Ich denke, ich kann mich ganz gut in die Eltern hineinversetzen. Bis auf die Familienbeauftragte SOD haben alle Familienbeauftragten ein Kind mit Beeinträchtigung.  

Als ich das mitbekommen habe, fühlte ich mich anfangs nicht so ganz wohl damit. Hatte auch vor, mein Amt als Familienbeauftragte abzugeben. Die Familienbeauftragte SOD, Andrea Liebich, holte mich da aber schnell wieder von runter: Es ist gut, dass auch Familienbeauftragte ohne ein Kind mit Behinderung dabei sind, damit zwischendurch auch der Blick in beide Richtungen geht…wie wahr.  

Wie können Sie Ihre berufliche Tätigkeit mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für SOD verbinden?  

…sehr gut. Es profitieren jeweils beide Seiten. Ich arbeite bei der Lebenshilfe Bremen. Die Bewohner*innen haben angefangen, sich aus den Wohngruppen/Gemeinschaften heraus sportlich zu bewegen. Mit Unterstützung der jeweiligen Stammbetreuerin*innen. Es wurden Kooperationen gegründet mit Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit. Viele sind durch den Sport Vereinsmitglied geworden. Dieser Verein wiederum Mitglied bei SO. Das bedeutet Teilhabe am sportlichen Leben - immer mit anderen Menschen zusammen!  

Als Übungsleiterin seit 36 Jahren und selbst Sportlerin (Marathon/Triathlon/Leichtathletik/ Ballspiele) kenne ich auch fast alle Vereine und Funktionäre. Das ist ein Vorteil.  

Ehrenamt SO: Was die „jüngeren“ Athlet*innen mit ihren Familien, die wir für den Nachwuchs SO ja gern auch hätten, angeht, sind diese mittlerweile auch schon ganz gut in den Kindergruppen der Vereine integriert. Zumindest in meinem Verein. Über die Einrichtungen, die wegen Corona lange nicht für Besuche bereit sein durften, können jetzt wieder Gespräche aufgenommen werden, zum Beispiel mit Familienunterstützenden Diensten und Kindergärten. Vielleicht mit einem neuen aktuellen „Familien“-Flyer/Sport bei SO?  

Auch erhoffe ich mir durch unsere neue Sportserie, die unsere Bremer Geschäftsstelle ganz toll organisiert hat, „noch mehr“ neue Gesichter und entsprechende Kontakte über Vereine. Auch merke ich immer mehr, dass für die Athlet*innen, die keine Familien/Eltern mehr haben, die Betreuer*innen eine immer größer werdende Rolle spielen. Diese werden aber keine Mitglieder bei SO. Auch verständlich! Ein großes Thema- auch wenn man Beruf und Ehrenamt gut verbinden kann…  

Was macht für Sie den besonderen Reiz aus, Familienbeauftragte in Ihrem Landesverband zu sein?  

…da ich seit 36 Jahren auch Prüferin für das sportlich vielseitige Deutsche Sportabzeichen bin, schaue ich genau hin, um zu sehen, in welche sportliche Richtung alle Athlet*innen in Begleitung ihrer Familien/Betreuer*innen/Angehörige/Familienunterstützende Dienste noch gehen könnten. Auch versuche ich gern, die Familien und besonders auch die Familienunterstützenden Dienste mitzunehmen bzw. den Kontakt zu suchen, soweit es erwünscht ist. Das Jahr vor Corona waren tatsächlich auch Familienunterstützende Personen bei der Sportabzeichen-Abnahme dabei. Jetzt fange ich hier wieder von vorne an…d. h. ich mache viel über den Sport.  

Die „Begleitung“ für Berlin 2022 für meine Boccia-Gruppe werden auch Familien sein. Und überall, wo wir auftauchen, sind wir gemeinsam mit anderen Sportler*innen zusammen. D. h. die Inklusion ist mir wichtig. Wir machen nichts allein und alle merken, wie toll das ist. Das Selbstbewusstsein steigt bei vielen Athlet*innen! In Bremen kennt man uns schon.  

Freuen wir uns bei SOB über die Familien, die zufrieden dabei sind und akzeptieren die Familien, die nicht dabei sein möchten. Wir müssen keine Rekorde aufstellen. Und wer sich als (Einzel) Mitglied im Verein schon immer wohl fühlt, geht nicht immer unbedingt zusätzlich noch als Einzel/Familien - Mitglied zu SO. Im günstigen Fall ist der Verein Mitglied bei SO. Und die Familien…? Die sind auch in dem Verein…oder auch nicht. Auch das bleibt ein großes Thema als Familienbeauftragte.  

Wie können Sie am besten abschalten, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken?  

…am besten etwas machen, wo ich mich wirklich drauf konzentrieren muss, sonst wird das nichts. Zum Beispiel Stand-up-Paddling, Schwertkampf und besser Musik-Noten lernen usw.  

Um einen klaren Kopf zu bekommen, muss ich mindestens 15 km Walken oder doppelt so viel Radfahren und immer Stift und Zettel in der Tasche haben. Eventuell pilgere ich 2022 mit der Bremer Domgemeinde durch Italien nach Rom.  

Meine Familie erinnert mich auch gern daran, das Smartphone beiseitezulegen und lieber das Buch aufzuschlagen. Das war diesen Sommer mehr als knapp.  

Was liegt Ihnen für die Zukunft von SOD besonders am Herzen?  

…dass tatsächlich immer „alle“ mitmachen können. Special heißt Special und ist „Breitensport“.  

… dass die Familien immer ein Teil von SO bleiben.  

Gibt es etwas, was Sie generell einmal anmerken wollen?  

…ja, der SO-Eid gefällt mir gar nicht. Pädagogisch nicht wertvoll! Ich würde ihn von hinten anfangen. Ich will mutig mein Bestes geben und wenn ich nicht gewinnen kann…  

…Danke an Ina Kirchenwitz (bei SOD für Veranstaltungsmanagement) für uns Familienbeauftragte, die uns alle immer nett im Griff hat!  

…Danke Andrea Liebich als Familienbeauftragte SOD für ihre immer sehr engagierte Arbeit auch mit uns.  

Ich persönlich verspreche mir und uns ein gutes Weiterkommen, einen guten Austausch, sowie Miteinander durch die jetzt regelmäßigen digitalen Treffen vieler Familienbeauftragten aus den verschiedenen Landesverbänden. Das gefällt mir sehr gut! Einmal im Jahr ist definitiv zu wenig!  

Wenn Sie es in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist für Sie Special Olympics?  

…eine wirklich großartige absolut nicht wegzudenkende Sportbewegung und Familie (herrlich hier ist die Familie ganz oben!) mit großen Emotionen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.  

Was können wir tun, damit noch mehr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung und Ihrer Familien zu Special Olympics finden?  

… für die Verjüngung, die Verbindung mit den Kindergärten/Schulen/Familienunterstützende Dienste unbedingt weiter - oder jetzt nach Corona wieder weiter - aufrechterhalten.  

…Durch Corona sind in Bremen dieses Jahr unsere Landesspiele ausgefallen. Mit einer „Sportserie“, d. h. jede Sportart einzeln auszuführen, war das ganze Jahr 2021 in Bremen etwas los. Auch mit den Familien. Und vor allem mit den dadurch kooperierenden Vereinen! So hat es richtig Spaß gemacht, SO überall - auch bei den Familien -, zu zeigen und bekannt zu machen. Unbedingt weiter so.  

…nächstes Jahr lade ich als Trainerin mit unserer Boccia-Truppe eine Fachschule/Klasse für Heilerziehungspflege ein. Eine unserer Unified-Spielerin geht dort zur Schule. Darauf freue ich mich sehr. 

„Inklusion im Sport ist kein Selbstläufer.” 

Frank Busemann, was macht den Unterschied aus zwischen den Nationalen Winterspielen und den Spielen im Sommer? 

Es ist halt kälter hier in Willingen, aber das ist im Winter nun mal so. Ansonsten gibt es keine großen Unterschiede. Bei beiden Veranstaltungen geht es um Sport, und auf die Wetterbedingungen muss man sich einstellen. Ich freue mich, dass ich hier in Willingen auch schon zahlreiche „Sommersportler*innen“ wiedergetroffen habe. 

Gibt es da viele persönliche Kontakte? 

Natürlich, einige von den Athlet*innen kenne ich schon seit Jahren. Und zu den Vorteilen als Botschafter gehört: Ich muss nicht lange „darum kämpfen“, um mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Vielen Athlet*innen bin ich ein Begriff, obwohl meine großen sportlichen Erfolge ja schon ein paar Jahre zurückliegen. Da ist meine Rolle bei Special Olympics Deutschland natürlich eine große Hilfe, um Verbindung aufzubauen.  

Andererseits hat man manchmal den Eindruck, dass es doch noch Barrieren gibt zwischen der „allgemeinen Sportwelt“ und dem Sport von Menschen mit Behinderung. Trifft das zu? 

Ich sage es mal so, wenn Inklusion ein Selbstläufer wäre, bräuchte es die Special-Olympics-Bewegung nicht zu geben. Man spürt da nach wie vor eine Distanz hier und da, und die müssen wir Schritt für Schritt überwinden. Die Special Olympics Willingen 2017 bieten hierfür eine Plattform. Gerade die Unified-Veranstaltungen stellen eine große Chance dar, um Inklusion zu fördern.  

Gibt es denn auch Unterschiede zwischen olympischem Hochleistungssport und den Wettbewerben hier in Willingen? 

Klar, das muss man schon zugeben. Bei Olympia geht es ganz klar auch um den unbedingten Leistungswillen, um den Ehrgeiz, am Ende eine Medaille zu erringen. Hier in Willingen steht im Mittelpunkt, dass sich die Athlet*innen der Herausforderung stellen, dass sie sich ausprobieren. Der Spaß nimmt einen viel größeren Raum ein. Das sehe ich übrigens auch bei meinen Kindern so: Die Freude an der Bewegung und am Spiel sind entscheidend. Wenn es dann gut klappt, kann man später immer noch weitersehen. Am wichtigsten ist, dass alle eine gute Zeit haben. 

(Das Interview wurde im Zuge der Nationalen Spiele in Willingen 2017 geführt)